Jeder wird hier dierekt an die Bartagamen denken.
Das ist richtig, doch es gibt noch eine ganze Reihe andere interessante Agamen.
Ein paar davon moechten wir hier zeigen.
Kategorie: Agamen
Pogona vitticeps- Die Bartagame
Bartagamen kommen ausschließlich in Australien vor, wobei sich die verschiedenen Arten natürlich auf verschiedene Verbreitungsgebiete verteilt sind.
Im speziellen möchten wir hier auf P. vitticeps eingehen, welche in Queensland, Northern Territory, New south Wales und süd Australien.
Ich möchte hier auf das Verbreitungsgebiet New south Wales eingehen, im speziellen auf die Übergangszone von der Steppe zur Wüste.
Mir ist wichtig das ihr versteht warum ich, bevor ich überhaupt direkt auf die Tiere eingehe, erstmal so ausgiebig die Herkunft behandle.
Es steht vieles geschrieben, besonders über Bartagamen, aber leider meint jeder zweite, der diese Tiere "schon drei Monate hält" eine Homepage über sie erstellen zu müssen und alles frisch angelesene wiederkauen, ohne sich eigene Gedanken zu allem zu machen.
Im großen und ganzen ist es nicht schlimm, aber wenn wir den Tieren eine möglichst naturnahe Pflege angedeihen lassen wollen, sollten wir uns wirklich eingehender mit den Klimatabellen und genauen Daten der Herkunftsgebiete befassen, um so besser für die Tiere.
Denn wenn man jetzt zum Beispiel die Sonnenstunden nimmt, ist es schon eine extreme Differenz von 8-9 Stunden im Sommer (in der Natur) zu für das Terrarium angedachten 12-15 Stunden täglich.
Der Steppenbereich
Temperaturen und Niederschläge liegen im gemäßigten bis tropischen Bereich, wobei die Niederschläge von der Küste mit 1500mm zum Landesinneren auf 200mm jährlich abfallen.
Dabei sind in den Monaten Januar bis Mai 15 Regentage im Monat der Durchschnitt.
Die Temperaturen bewegen sich in diesen Gebieten um die 20- 25°C, wobei diese im Januar bis März auf unter 20°C sinken können.
Die Sonnenstunden beschränken sich auf lediglich 6-8 Stunden täglich, was der allgemeinen Aussage, man solle 12 Stunden am Tag beleuchten eigentlich schon widerspricht.
Der Wüstenbereich
In der Wüste liegt die maximale Sonnenscheindauer bei 9-10 Stunden am Tag und die Temperaturen bei ca. 30- 35°C im Mittel und höchstens 50°C in der prallen Sonne.
Allerdings liegen die Temperaturen in den Monaten Januar bis Mai ca 10°C niedriger, demnach also bei 20- 25°C.
Natürlich sind da diese Monate auch von mehr Niederschlägen bestimmt.
Zusammemfassung zum Klima der beiden Zonen
Hierbei gehe ich jetzt von mir persönlich aus.
Durschnittlich werden Bartagamen in unseren Terrarien zu lange beleuchtet und zu trocken gehalten.
Man sollte den Tieren (wenngleich sie schon weit entfernt vom Wildstamm sind) einen so naturnahen Lebensraum wie möglich schaffen.
Sicherlich schadet den Tieren die "konventionelle" Haltung nicht, aber auf der anderen Seite stärkt sie das Immunsystem auch nicht inbedingt.
Daher rate ich immer dazu, vorher Klimatabellen zu studieren und sich entsprechend schlau zu machen.
Das ist auch ein Grund warum ich diesen Artikel hier schreibe, da ich weiss wie schwer es ist brauchbare Informationen zu bekommen
Bodengründe der beiden Zonen
Der Bodengrund in der Steppe besteht hauptsächlich aus Erde und einer Art Lehmsand.
In der Wüste wiederum eine Art Lehmsand.
Im Terrarium lässt sich das am einfachsten mit einer Mischung aus Spielsand und Quarzsand nachbilden, allerdings müsst ihr unbedingt beachten, dass der Spielsand unbehandelt ist.
Ab und an werden Spielsande mit Fungiziden und Pestiziden versetzt.
Quarzsand allein eignet sich nicht wirklich, denn seine Kristalle sind zu rund und machen ihm damit nicht Grabfähig, was zur Eiablage natürlich ungüntig ist.
Allerdings kann man auch normalen Quarzsand mit Lehmpulver mischen.
Dieses bekommen man im Baustoffhandel, einfach nach Lehmputz fragen.
Die Tiere selbst
Pogona vitticeps ist eine bis zu 30cm Kopf-Rumpflänge messende Echse mit eher urtümlicher Erscheinung.
Die vielen Stacheln dienen vorrangig der Abschreckung von Fressfeinden.
Von Dornteufeln ist bekannt, das diese ausserdem der Wasseraufnahme dienen.
Kleinste Zwischenräume zwischen den Schuppen wirken wie natürliche Leitungsbahnen für Wasser.
Am Körper der Echsen schlägt sich Tau nieder und fließt so direkt zum Maul der Echse.
Ob dieser Mechanismus bei Bartagamen ähnlich funktioniert weiss ich nicht, aber es wäre eine Möglichkeit.
Mittlerweile gibt es auch viele Farbzuchten, welche mir allerdings bei weitem nicht bekannt sind.
Es gibt auch stachellose Tiere, so genannte Silkbacks welche mir persönlich aber nicht all zu gut gefallen.

Das Terrarium
Nun zum wichtigsten Teil der Haltung: Das Terrarium.
Über die mindestmaße wird viel gestritten und es gibt sehr viele verschiedene Meinungen zu dem Thema.
Hier mal meine Einschätzung zu dem Thema:
Als Mindestmaß für ein Trio sollte man 160x80x80cm wählen, will man allerdings eine übergangszone Errichten sollten es mintestens 260cm Kantenlänge sein, wobei man dann die Tiefe aber auf 60cm reduzieren kann.
Wie man das ganze Einrichtet ist jedem selbst überlassen, als Anregung kann man durchaus Bilder der natürlichen Lebensräume verwenden.
Google bietet da einige schöne Beispiele.
Als Beleuchtung Empfiehlt sich eine Wärmelampe mir UVA und UVB Anteil, welchen Hersteller man wählt, ist dem eigenen Geschmack überlassen.
Wichtig ist, das die Temperatur unter dem Spot etwa dem Bereich entspricht, welcher in der Natur um die 50°C hat und das restliche Terrarium jahreszeitlich entsprechend anpassen.
Auch das sprühen sollte nicht vergessen werden, immerhin gibt es auch in der Natur Schwankungen der Luftfeuchte.
Diese sollte etwa bei 55-60% rF am Tage und bis 70% rF in der Nacht liegen.
Eine Stelle des Terrariums sollte eine Substrathöhe von etwa 20cm aufweisen und immer etwas feuchter gehalten werden.
Dieser Bereich dient dem/den Weibchen als Eiablageplatz.
Wichtig sind auch mehrere exponierte Plätze im Terrarium, denn Bartagamen liegen gern auf höheren Stellen von denen aus sie ihre gesamte Umgebung beobachten können.
Ein kleiner Tipp noch:
Wenn man das Terrarium rundum mit etwa 2cm dickem Styropor verkleidet erspart man sich einen Energieverlust von etwa 20-30%, damit kann man sich unter Umständen den einen odere anderen Heizsstrahler sparen.
Ernährung
Bartagamen sind als Jungtiere vorrangig Fleischfresser, aber man sollte ihnen dennoch permanent pflanzliches Futter zur Verfügung stellen.
Ab einem Alter von ca. 6 Monaten sollte der pflanzliche Anteil des Futters mindestens 60% betragen, ab 12 Monaten sollte man Insekten nur noch ein bis zwei mal die Woche verfüttern, was etwa 80-85% pflanzliche Ernährung ausmacht.
Man kann fast alles an Salaten und Gemüsen verfüttern.
Immer wieder wird gesagt man solle keinen Eisbergsalat reichen, warum(?) wird aber kaum irgendwo erwähnt.
Nun, faktisch ist der meiste Eisbergsalat mit einigen Pestiziden belastet und hat einen recht geringen Nährwert.
Nimmt man selbst angebauten oder Bio-Salat hat man nur noch das Problem der Belastung natürlich nicht.
Klar, dieser Salat besteht zum größten Teil aus Wasser, aber das tut Gurke auch und die verfüttert fast jeder.
Wenn man dem Futter die nötigen Vitamine und Spurenelemente zusetzt, spricht absolut nichts dagegen, zumal die meisten Bartagamen diesen Salat sehr gern fressen.
Ansonsten kann man im Sommer auch Zeug aus dem Garten geben.
Scharfgarbe, Spitzwegerich, Vogelmiere, Gras, die Auswahl ist in den warmen Monaten unerschöpflich.
Wichtig ist trotzdem bei jeder dritten oder vierten Fütterung Vitamine und Kalk/ Spurenelemente beizugeben.
Denn bei der meisten Futtermitteln liegt das Nährstoffverhältnis recht ungünstig, es ist mehr Phosphor als Kalk vorhanden, daher die Supplimentierung.
Als Futterinsekten geht eigentlich fast alles.
Ob man nun Lebendfutter von Wald und Wiese nimmt oder kauft.
Allerdings sollte man bei gekauften Futtertieren auf die Frische achten.
Stinken sie? Sind viele tote Tiere in der Packung?
Mehlwürmer, Zophobas und Maden sollten nur sehr selten verfüttert werden, da sie sehr, sehr viel Fett enthalten.
Das gleiche gilt für Mäusebabys und Rattenbabys.
Die haben zwar einen super Nährwert, werden von unseren Echsen allerdings zu zu Fett verwandelt was auf Dauer die Lebenserwartung der Tiere drastisch verkürzt, immerhin werden Bartagamen bei guter Pflege bis zu 15 Jahre alt.
Wenngleich ich aber sagen muss das ich bei trächtigen Weibchen und unmittelbar nach der Eiablage auch mal eine kleine Maus verfüttere, da die Ovulation und die recht lange Tragzeit schon deutlich an die Substanz des Muttertieres gehen.
Zucht
Das bringt uns zum nächsten Punkt, der Zucht.
An sich ein Thema welches ich mir bei diesen Echsen sparen wollte, den es gibt schon mehr als zu viele P. vitticeps auf dem Markt.
Da sich bei Bartagamen, bei denen sich männliche Tiere in der Gruppe befinden, Nachzuchten aber kaum vermeiden lassen, möchte ich zumindest kurz auf dieses Thema eingehen.

Die Paarung erfolgt meist nach der Winterruhe welche bei 15-17°C (Immer ausreichend Wasser zur Verfügung stellen!!!) von Januar bis März, beziehungsweise von November bis Januar gehen sollte.
Nach 30-60 Tagen legt das Weibchen bis zu 32 Eier (!!).
Während die Eier sich im Mutterleib bilden, wird das Tier natürlich immer dicker und irgendwann frisst sie nur noch wenig, beziehungsweise fast nichts mehr.
Gerade auch deswegen ist eine ausreichende Nährstoffversorgung nach der Trächtigkeit auch so wichtig.
Nun müssen die Eier aus dem Terrarium genommen werden, aber bitte nicht vor den Augen des Weibchens (das ist unnötiger Stress für das Tier).
Wenn die Eier schon länger als 12 Stunden liegen, dann dürfen sie auf keinen Fall gedreht werden.
Besser ist sie aber auch vorher schon nur in der Lage zu halten wie man sie im Sand vorfindet.
Das hat den Hintergrund, dass sich die Keimscheibe festsetzt und wenn man die Eier dreht, dann reisst diese ab und der Embrio stirbt ab.
Die Eier sollten nicht über 28°C inkubiert werden, denn so schnell sich die Embryos dann auch entwickeln, so ungünstig ist das für die Tiere, denn sie haben keine Zeit sich voll auszubilden und die Gefahr ist groß, dass deformierte oder gar nicht lebensfähige herauskommen.
Auch das Geschlechtsverhältnis liegt auch an der Temperatur, über 25°C kommen überwiegend Männchen, um 23°C überwiegend Weibchen.
Dazwischen ist es ausgeglichen.
Man sollte sich jedoch die Zeit nehmen, momentan sind nämlich so viele Männchen auf dem Markt, das man kaum noch Tiere loswird.
Denn mehrere Männchen in einem Terrarium geht fast immer schief.
Mehr will ich zur Zucht allerdings nicht sagen.
Zuletzt aktualisiert am Montag, 27. Februar 2012 20:46
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